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Die Geschichte des SV 1929 Ittertal e.V.

Der Sportverein Ittertal wurde als reiner Sportverein im Jahr 1929 gegründet. 28 spätere Mitglieder nahmen damals an der Gründungsversammlung im Gasthaus Sude teil – in jenem Lokal, das auch heute noch als Vereinslokal gilt.

 

1929 Gründung des Sportvereins SV Dorfitter

1929 gruendungsfoto

Mannschaft des SV Dorfitter 1929 nach dem Pokalspiel in Goddelsheim 1930.

Von links oben: Heinrich Weber, Wilhelm Klöcker, Friedrich Michel, Heinrich Bügener, Hans Strybek, Wilhelm Michel, Gerhard van den Boom
Von links Mitte: Willi Markofka, Herbert Rakorwski, Fritz Krehling
Von links unten: Wilhelm Dietzel, Wilhelm Berges, Wilhelm Berghöfer

Mit der Gründung des Sportvereins hielt endlich auch in Dorfitter der Fußballsport Einzug. Ausgerechnet in einer sehr schweren Zeit hatten die damaligen Gründungsmitglieder den Mut, einen Verein zu gründen, um Fußball spielen zu können. Es musste schließlich ganz neu angefangen werden. Sehr hilfreich war dabei, dass die Gemeinde das Gelände auf dem Rammelsberg zur Verfügung stellte. Die Mitglieder richteten den Platz in Eigenregie dann so her, dass mit dem Spielbetrieb endlich begonnen werden konnte. Dieser Sportplatz sollte dann für vier Jahrzehnte als Mittelpunkt des Sportgeschehens in Dorfitter gelten. Selbst heute erinnert noch eine Straßenbezeichnung an das frühere sportliche Treiben auf dem Rammelsberg.

Um die notwendigen Anschaffungen tätigen zu können, wurde eine Aufnahmegebühr von 1,20 RM erhoben. Dieses war für die damalige Zeit sehr viel Geld, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel der Stundenlohn eines Maurers lediglich 20-30 Pfennige betrug. Aber schon im Mai 1931 hat man auf diese Aufnahmegebühr wieder verzichtet. Der erste Monatsbeitrag von 15 PF wurde aber schon 1932 auf 20 Pfennige erhöht. 1935 wurde der Betrag dann um 10 Pfennige erhöht. Danach erfolgte aber 15 Jahre lang keine weitere Erhöhung. 

Von Anfang wurden zwei Mannschaften aufgestellt – diese trainierten zweimal wöchentlich und für unentschuldigtes Fehlen beim Training mussten zwanzig Pfennige Strafegeld entrichtet werden, die dann in die Vereinskasse wanderten.

Das allererste Pokalturnier fand am 1. Mai 1932 statt und wurde ab diesem Zeitpunkt jährlich wiederholt. Heute sind diese Turniere zur Vereinstradition geworden. Damals wie heute kam die Geselligkeit dabei nicht ins Hintertreffen: Schon im Herbst 1932 veranstaltete man ein Wintervergnügen. Auch von weiteren Veranstaltungen und Kameradschaftsabenden wurde berichtet, wofür auch damals schon Steuern und GEMA-Gebühren entrichtet werden musste. So wurde einmal die Belustigungssteuer in Höhe von 2,60 RM an die Gemeinde bezahlt.

Der Zustand des Sportplatzes war anscheinend noch nicht der Beste: 1932 erhielt der Verein vom Landratsamt einen Zuschuss von 75,- RM zum Ausbau. Ein Jahr später trat eine Änderung im Vorstand ein. In der Versammlung vom 17. Juni 1933 wurde laut Anordnung vom Verbandsvorsitzenden Dr. Klein die Gleichschaltung des Vorstandes durchgeführt. Der 1. Vorsitzende führte von nun an den Titel „Vereinsführer". Die weiteren Vorstandsmitglieder wurden von ihm ernannt.

In den ersten Jahren arbeiteten viele Arbeitslose aus dem Ruhrgebiet bei Bauern in den Nachbardörfern. Diese spielten dann auch in Dorfitter beim Fußball mit. So gelang es, mit zwei Mannschaften zu spielen. In den folgenden Jahren gingen diese Spieler aber wieder zurück in ihre Heimat, das Ruhrgebiet. So geschrumpft, konnte bald nur noch mit einer einzigen Mannschaft am Spielbetrieb teilgenommen werden. Durch Militärdienst und durch Fortzug musste schließlich sogar die 1. Mannschaft für die Saison 1938 abgemeldet werden. Es wurde lediglich mit einer Jugendmannschaft weitergespielt. Die letzte Protokollbucheintragung vor dem Krieg war die Monatsversammlung vom 17. Juni 1938. Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Vereinstätigkeit völlig. Wie überall hinterließ der Krieg auch im Sportverein furchtbare Lücken bei den aktiven Mitgliedern. Wir haben dieser toten Mitglieder immer wieder gedacht und sie werden uns auch in Zukunft weiter gedanklich verbunden bleiben. Nachdem immer mehr Mitglieder aus dem Krieg heimkehrten, wurde der Verein schon bald wieder aktiv. Schon im April 1946 kam zu einer erneuten Aufstellung einer Mannschaft. Das erste Spiel fand dann gegen Grün-Weiß Eimelrod statt und konnte mit 9:0 Toren gewonnen werden. Es ging damals recht schnell aufwärts: Bereits am 1. Juli zählte der Verein 91 Mitglieder. Erstmals waren unter diesen Sportlern auch 16 weibliche Mitglieder zu finden. Diese gründen eine sehr erfolgreiche Damenhandballmannschaft. Zeitweise war diese Abteilung sogar bis zu 40 Frauen stark, so dass sie in einem Jahr sogar die Vizekreismeisterschaft erringen konnte. Leider musste die Abteilung 1952 aufgelöst werden, weil durch Fortzug und Heirat nicht mehr genügend aktive Spielerinnen zur Verfügung standen.

Die Zahl der Mitglieder vergrößerte sich stetig. Heute gehören dem Verein 335 Mitglieder an. Ebenso wurde das sportliche Angebot immer umfangreicher. Im vorigen Jahr wurde eine Aerobic-Gruppe gegründet. Der Sportverein 1929 Ittertal e.V. hat das Gründungsjahr bisher fünfmal festlich begangen. Er war zweimal Ausrichter der Endspiele um den Waldecker Fußballpokal in den Jahren 1962 und 1979. Im Jahre 1980 war er Ausrichter der Endspiele um den Waldecker Jugendpokal. Auch die Endspiel um den Hessenpokal wurden zweimal ausgerichtet. Höhepunkt der Vereinsjubiläen war die Auszeichnung verdienter und langjähriger Mitglieder durch Verein und den Hessischen Fußballverband sowie des Landessportbund Hessen. Außerdem – wie sich viele sicher noch erinnern werden – die Spiele der Amateur- und Bundesligamannschaften von Eintracht Frankfurt gegen eine Kreisauswahlmannschaft des Sportkreises Waldeck. 1986 brachte die Zeitschrift „Hessenfußball" unter der Rubrik „Kleiner Verein ganz groß" einen ausdrucksvollen Bericht über die vielen sportlichen Aktivitäten des SV Ittertal.